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Die Legenden von Lumia von Katharina Licht

Zweiter Teil einer queeren Romantasy-Abenteuer-Trilogie, der erneut ein tiefes Gespür für die Figuren und ein wunderschönes Setting mit sich bringt.

 

Der erste Teil der Trilogie hat die Lesenden mit einem spannenden Cliffhanger entlassen, und deswegen war ich mega gespannt, wie es im zweiten Teil weitergeht. Ich versuche die Rezension spoilerfrei für Teil 1 und Teil 2 zu formulieren. Wenn euch die Rezension anspricht, empfehle ich euch unbedingt, zunächst den ersten Teil zu lesen. Diesen habe ich auch schon gelesen und rezensiert.

 

Liam und Ray haben nach dem ersten Teil einige Päckchen zu tragen: Ungeklärte Gefühle zueinander, den dringenden Auftrag, die Relikte der Dunkelheit zu finden, und neue Geheimnisse, die die sich wandelnde Freundschaft der beiden jungen Männer stark gefährdet. Doch Liam wäre nicht Liam, wenn er nicht kämpfen würde, wie er es auch schon im ersten Teil getan hat.

 

Das Cover ist in blau gehalten und gefällt mir persönlich am besten von allen Covern der Trilogie. Wir lesen vor einem dunklen, fast schwarzen Hintergrund den Titel in Hellblau: Die Legenden von Lumia, darunter der Untertitel in hellblau: Berstendes Eis. In der Mitte des Buches ist eine blaue Rose zu sehen, die Wassertropfen auf den Blätter aufweist. In der rechten oberen Ecke und in der linken unteren Ecke sehen wir Eis, das droht, sich über das ganze Cover zu ziehen.

 

Besonders beeindruckend an Legenden von Lumia: Berstendes Eis finde ich das Feingefühl, das die Autorin für die Figuren hat. Ray und Liam sind zwei vollkommen unterschiedliche Figuren. Ray ist zurückhaltend, geprägt von seiner Erziehung, wirkt gereift und auch ein wenig melancholisch und mit tiefen seelischen Verletzungen, obwohl er noch sehr jung ist. Aber wie wir in Band 1 erfahren haben, hat er auch jeden Grund dazu. Liam hingegen ist naiver, lebensfröhlicher und lässt Gefühle viel unbefangener zu. Ihm scheinen die Sonnenstrahlen aus praktisch jeder Pore seines Körpers. Auch das ist stimmig, wenn wir seine liebevolle Herkunft beachten. Auch er hat in der Vergangenheit bereits Verluste erlebt, doch wir sehen an Liam, dass Verlust von einem liebevollen Familienhintergrund und engen Freundschaften auch kompensiert werden kann. Sehr schlüssig erzählt und von der Autorin ausgearbeitet.

 

Aber auch die Nebenfiguren sind faszinierend. Alle vornweg Kianus, den ich wirklich unglaublich gerne habe. Er ist ein echter Grumpy, hat aber das Herz auf dem rechten Fleck und hat seinen Bruder unglaublich gerne, auch wenn er es nicht oft zeigt. Gefallen haben wir außerdem Val, Amira und Finn, sowie die sapphische Liebesbeziehung innerhalb des Nebencasts. Neben spannenden Männercharaktere, jede Menge toll geschriebene Frauenfiguren, die alle auf ihre Art unterschiedlich stark sind - hat mir sehr gut gefallen. 

 

Liebe schreiben - das kann Katharina Licht. Und zwar in jeder Form. Ist es die straighte, aber erfrischend unbefangene Liebe zwischen Val und Kianus, oder die vorbelastete queere Liebe zwischen Ray und Liam, oder die positiv verlaufenden sapphische Beziehung, die als optimistisches Gegenerzählung fungiert. Oder gar die platonische Liebe in Form der Geschwisterbeziehung zwischen Liam und Kianus oder die diversen unterschiedlichen Freundschaften. Ich habe das Gefühl, kaum sind zwei Figuren im Raum, schafft Katharina Licht eine Dynamik zwischen ihnen mit unendlich viel Gefühl entstehen zu lassen!

 

Eine kleine Kritik kann ich mir trotz meiner Begeisterung nicht ganz verkneifen. Liam, Ray und ihre Freundesgruppe sind unterwegs in Lumia, erleben Abenteuer und müssen Prüfungen bestehen. Vor denen wird von Randfiguren immer wieder gewarnt: Todesgefahr. Keine Wiederkehr möglich. Niemand hat es zuvor geschafft. Wir sind aber in Band 2 der Trilogie und die Ahnung, dass ein Großteil der Figuren auch Band 3 erreicht, vorne weg die Hauptfiguren, hat man als Lesende ja auch schon ganz ohne Spoiler. Somit wirkt das manchmal etwas überdramatisch.

 

Was es gar nicht gebraucht hätte! Auch wenn Lumia nicht so gefährlich ist, wie die Randfiguren es behaupten, so bleibt es ein wunderschönes, vielfältiges Setting mit tollen Landschaften, einer durchdachten Religion und einer diversen Kultur. Der Abenteuercharakter schwingt in der gesamten Erzählung mit und benötigt keine Todesgefahr-Überdramatisierung. Hier besonders gelungen, der Unterschied zwischen dem liberalen Land und dem konservativen Stadtleben (und ja, hier ist es anders als bei uns). 

 

Ich freue mich sehr auf Band 3 und bin gespannt, was die Autorin noch so alles schreiben wird. Ich habe von ihr bereits eine Kurzgeschichte gelesen (Rezension folgt), sowie die beiden Lumia-Bände und ich kann mir vorstellen, dass auch ich weiterhin eine begeisterte Leserin dieser Autorin bleibe. 

 

Ich empfehle die Legenden von Lumia sehr - aber bitte beginnt bei Band 1!

 

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