Eine sapphische Kurzgeschichte in einem wunderschönen cozy Setting und einer hoffnungsvollen, melancholischen Atmosphäre.
Auch wenn die Protagonistin Liliane zunächst nicht besonders begeistert ist von dem Café mit der Enten-Deko und den ausgefallenen Namen wie McQuack und Big Duck, werden die Lesenden sofort in dieses liebevolle Setting entführt. Das Setting ist zweifellos eine der Hauptprotagonistinnen und verhilft der Kurzgeschichte zu einer besonderes angenehmen Atmosphäre. Die perfekte Kurzgeschichte für regnerische Herbstnachmittage oder kalte Winternächte!
Liliane ist frisch getrennt von ihrer Partnerin und wenig begeistert, als ihre beste Freundin sie in das Café mit Quietschenten-Deko zwingt. Auch die Begegnung mit der Servicekraft Reyla überzeugt sie zunächst nicht. Ist es nur die Trennung, die Liliane beschäftigt? Oder hat ihre Blues-Stimmung mehr mit Marina zu tun, als diese ahnt?
Das Cover ist hellblau gehalten, mit dunkelblauer Schrift steht der Titel der Kurzgeschichte Quietsche Enten Blues sowie der Name der Autorin Katharina Licht auf dem Cover. Von oben hängt weihnachtliche Deko (ein Zuckerstab, eine Schneeflocke und ein gelber Stern) und in der Mitte des Covers prankt eine Tasse in den Farben der Flagge der lesbischen Liebe, auf deren braunem Inhalt (mutmaßlich heiße Schokolade) eine blaue Ente schwimmt. Ein Stück einer Schokoladentorte sowie ein grüner Zweig umrahmen die Tasse.
Es ist die erste Kurzgeschichte und die erste sapphische Geschichte, die ich von der Autorin lese. Zuvor habe ich bereits zwei Romane der Lumia Trilogie gelesen, die dem Genre Romantasy zuzuordnen sind. Die Autorin wagt sich hier auf mehrere ebenen auf unterbanntes Gebiet (Kurzgeschichte, Genre, sapphisch statt achillian) und doch ist der Schreibstil und das gekonnte Gefühl für ihre Figuren und ihren Beziehungen untereinander ganz typisch für die Autorin.
Quietschenten-Blues ist nicht nur eine sapphische Romanze, sondern eine Kurzgeschichte über eine Frau, die sich davor scheut, Menschen in ihrer Umgebung ihre Gefühle anzuvertrauen. Das hat ihr nicht nur die Trennung von ihrer Expartnerin beschert, sondern gefährdet auch die Freundschaft zu Marina. Die Figuren sind dabei sehr lebendig, ihre Beziehung untereinander komplex und es ist faszinierend, diesen Augenblick in Lilianes Gedanken verweilen zu dürfen.
Die queere Repräsentanz ist mir sehr angenehm aufgefallen. Natürlich, nebenbei, alltäglich. Liliane ist lesbisch - es charakterisiert sie aber nicht und ihre Figurenzeichnung beschränkt sich nicht darauf. Auch die Themen Freundschaft, Selbstfindung und natürlich das Setting haben mir sehr gut gefallen. Die Figur Reyla ist was besonderes, verdreht nicht nur Liliane den Kopf, sondern auch den Lesenden.
Der Konflikt der Kurzgeschichte fühlt sich zwischenzeitlich manchmal etwas zu groß für eine Kurzgeschichte an und ich glaube, ich würde auch eine längere Version der Geschichte lesen. Vielleicht hat die Autorin Katharina Licht ja Lust noch mehr über Lilianes Leben zu schreiben? Ich würde mich sehr darüber freuen.
Ich kann die Kurzgeschichte wirklich jedem empfehlen, sie ist einfach perfekt für einen gemütlichen Regentag und vergebe 4,5 Sterne. Es ist nicht die erste Geschichte, die ich von Katharina Licht gelesen, aber die erste sapphische Geschichte von ihr und ich freue mich sehr, dass ich sie lesen durfte. Da mir auch die Lumia-Reihe schon gefallen hat, wird es sicherlich nicht die letzte Geschichte sein, die ich von der Autorin gelesen habe.
Ich wünsche ihr alles Gute zum Release.

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