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Things we couldn’t keep von Josefine James

Josefine James erzählt eine Dreiecks-Geschichte der besonderen Art über drei sympathische Frauen, die alle miteinander verbunden sind (nur eine Verbindung davon ist romantischer Art).

 

Josefine James liebt die Natur und schreibt gerne im Garten, besonders gerne über die Popkultur und die Liebe. Sapphic Repräsentation begleiten ihre Geschichten genauso wie Musik. Als Setting wählt sie häufig Hollywood. Das erste Mal von ihr gehört habe ich durch ihre Kurzgeschichte September Skies, die in der Anthologie Queer through the year veröffentlicht wurde.

 

Olivia hat fast alles erreicht: Ruhm, Erfolg und Reichtum. Nur die Liebe nicht. Sloan hatte diese eine lebensbeeinflussende Liebe, die alles überstrahlt und hat sie verloren, als ihre Ehefrau viel zu früh starb. Jordan ist die Tochter von Sloan und beginnt bei Olivia als Assistentin zu arbeiten, was dazu führt, dass sich Olivia und Sloan immer näher kommen. Doch da gibt es etwas, das Olivia verbirgt. Wird Jordan es herausfinden, um ihre Mutter vor weiteren Verletzungen zu bewahren?

 

Der Roman ist über den Ylva Verlag erschienen, einem kleineren Verlag, der sich auf starke Frauenfiguren und sapphischen Geschichten spezialisiert hat. Things we couldn't keep ist der zweite Roman, der im Verlag verlegt wurde und den ich gelesen habe.

 

Auf dem Cover steht als Genre: Ein Liebesroman. Dieses Genre empfinde ich als sehr passend. Die Geschichte zwischen Sloan und Olivia ist eine klassische sapphische Romance in einem Filmindustrie-Setting, wird allerdings durch die dritte Perspektive von Jordan ergänzt und bereichert, weswegen Teile des Romans auch auch an einen Familienroman erinnern.

 

Alle drei Hauptfiguren sind queer, Olivia nutzt das Label bi, Jordan das Label pan und Sloan ist lesbisch. Die queere Identität der Hauptfiguren wird ganz natürlich eingebunden und die verschiedenen Labels der Frauen zeigt die ganze Vielfalt an sapphischer Liebe.

 

Das Cover zeigt ein Paar (Olivia und Sloan) bei einem romantischen Abendessen. Im Hintergrund dominieren die Farben Orange und Lila. Dass Paar sitzt vor einer großen Fensterscheibe, durch die man Sterne sehen kann. Auf dem Tisch zwischen ihnen stehen schicke Teller, feine Servietten und zwei gefüllte Weingläser. Die rechte Figur (blond gelockte Haare, helle Haut) küsst die Finger der anderen Figur (braune, lange Haare, ein rotes Kleid). Der Titel des Romans ist groß zu lesen vor dem Fenster platziert: Things we couldn't keep. Weiter oben steht: Ein Liebesroman. Der Name der Autorin (Josefine James) sowie das Logo des Verlags steht ganz unten des Covers. Die Atmosphäre des Covers ist wohlig warm, vertrauensvoll und romantisch - es hat mich sofort angesprochen und zeigt eine wunderschöne Szene zwischen Sloan und Olivia. Olivia ist im übrigen die rechts platzierte Figur im roten Kleid, Sloan die blond gelockte Frau rechts im Bild.

 

Ganz kleine Kritik am Anfang: Mir hat der Roman sehr gefallen, allerdings hat mich der Prolog etwas irritiert, da er die Auflösung eines sehr spannenden Nebenplot vorweg nimmt. Ich glaube, es wäre noch ein klein wenig spannender zu lesen gewesen und hätte einen stärkeren Wow-Effekt gehabt, wäre der Prolog nicht als Prolog sondern irgendwo mittig im Buch platziert worden (als Rückblick oder so).

 

Davon abgesehen hat mir das Buch aber sehr gefallen. Ich fand die Struktur sehr interessant, dass Jordan einen so großen Raum in der Liebesgeschichte zwischen ihrer Auftraggeberin und ihrer Mutter einnimmt und sie kurzzeitig sogar die Hauptprotagonistin ist. Das macht den Roman vielseitig und spannend und aus dem einfachen Liebesroman wird eine sehr interessante Dreier-Dynamik. Ich habe das glaub ich noch nie zuvor in einem Liebesroman so gelesen, dass eine dritte POV hinzugenommen wird. Definitiv was besonderes und ein interessanter Alleinstellungsmerkmal an der Stelle!

 

Die Emotionen besonders von Sloan haben mir besonders gut gefallen. Ihre Trauer um ihre verstorbene Frau, ihre Liebe für ihre Tochter, aber auch ihre Lust auf ein neues Abenteuer war jederzeit sehr gut nachfühlbar und ich habe mich ihr besonders nah gefühlt. Die Liebesgeschichte war schön intensiv und einfach eine rundum gelungene Slow Burn. Der Nebenstrang, den ich oben erwähnt hatte, war durch den Prolog etwas vorhersehbar. Es hat mich nicht so sehr gestört, vielleicht empfinden das andere Lesende auch anders als ich.

 

Richtig gelungen fand ich auch die Darstellung der Queerness anhand zweier Generationen. Jordan geht mit ihrer queeren Identität ganz anders um, als es Olivia oder Sloan tut. Der Autorin ist sehr gut gelungen, die Fortschritte der Gesellschaft auch einzufangen und aufzuzeigen, wie viel selbstbewusster jüngere Frauen heute umgehen können - was nicht heißen soll, dass ich uns am Ende eines Befreiungskampfes wähne, natürlich ist noch sehr viel zu tun, aber es ist auch empowernd die Fortschritte zu sehen.

 

Ich habe von der Autorin bereits eine Kurzgeschichte gelesen (September Skies aus der Anthologie Queer through the year) und  war damals besonders von dem konsequenten Ende und der Du-Form der Erzählung beeindruckt. Things we couln't keep war meine erste längere Geschichte, die ich von der Autorin gelesen habe und ich fand sie ebenfalls sehr gut. Ich bin gespannt, was wir von der Autoin noch zu lesen bekommen.

 

Ich kann das Buch allen empfehlen - ausnahmslos - und wünsche viel Spaß beim Lesen :)

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