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Besuch von Felinea Prime von Luzi Morgenstern

Kurzgeschichte über eine besondere Freundschaft zwischen Kapitän Clawden, einem Vertreter einer Alienrasse, die Ähnlichkeiten mit Katzen haben, und Minka, einer irdischen Hauskatze auf der Erde.

 

Luzi Morgenstern ist Autor aus Österreich und mir erstmalig durch zahlreiche Freitagsküsse aufgefallen, ein Hashtag unter Instagram, wo Freitags Szenen mit Küssen geteilt werden. Luzi schrieb dazu meist nicht jede Woche nur einen kleinen Kuss, sondern über mehrere Wochen hinweg eine Fortsetzungsgeschichte. Abgesehen dieser Freitagsküsse, ist die vorliegenden Kurzgeschichte das erste, was ich von Luzi lese.

 

Kapitän Clawden gehört einer katzenähnlichen außerirdischen Rasse an, die auf dem Weg zur Erde ist, um dort sämtliches Wasser abzusaugen. Die wertvolle Substanz wird für das eigene Fortbestehen benötigt, die vorherrschende Rasse Mensch wird als rückständig und egoistisch empfunden und das Auslöschen dieser hingenommen, da der Mensch aktuell sowieso schon dabei ist, seine eigene Lebensgrundlage zu zerstören. Doch dann entdeckt die Crew um Clawden, dass es eine Spezies gibt, die ihnen sehr ähnlich ist. Clawden begibt sich direkt auf die Erde, um mit Vertreter*innen dieser Spezies in Kontakt zu treten, und trifft dort auf Minka, einer gewöhnlichen Hauskatze, die zusammen mit ihrer Schwester Coco bei dem Paar Ben und Noah lebt.

 

Das besondere an der Kurzgeschichte ist, dass sie durchgehend aus der POV einer Katze erzählt wird. Die POV Minka wechselt sich mit der von Clawden ab. Die zwei einzigen menschlichen Figuren werden nur aus Sicht der Katzen beschrieben und auch wenn die zwei Figuren grundsätzlich positiv beschrieben werden, werden sie oft von Clawden auch abfällig beäugt und die gesamte Menschheit als eher lästig und dümmlich beschrieben. Das ist für die (vermutlich meist) menschlichen Lesenden sicherlich etwas schmerzhaft, aber meine Meinung dazu ist: Das sollten wir aushalten, haben wir uns in der Vergangenheit und auch gerade aktuell als wenig rühmlich gezeigt.

 

Durch Ben und Noah haben wir eine Casual Queerness Repräsentation. Die gleichgeschlechtliche Beziehung wird unaufgeregt und beiläufig erwähnt. Und auch wenn Clawden viel an den beiden auszusetzen hat, über das Geschlecht der beiden Männer macht er sich wenig Gedanken. Irgendwie logisch ... misgendern wir Katzen und Kater ja auch häufig, weil das Gendern scheinbar nur in der eigenen Spezies mega wichtig erscheint. Vielleicht ist gleichgeschlechtliche Liebe für Clawden aber auch einfach nichts besonderes, weil auf Felinea Prime vieles viel fortschrittlicher ist als auf der Erde? 

 

Im Übrigen wird auch die vegane Ernährung als selbstverständlich angesehen, was ich als sehr positiv empfand. 

 

Ferner ist die Kurzgeschichte klar erkennbar eine große Hommage an Star Trek, was ich ebenfalls sehr faszinierend fand!

 

Als Genre wird Science Fiction angegeben und das ist es auch, aber ähnlich wie auch in Star Trek geht es neben Raumschiffen und Technik auch um philosophische Fragen und tiefgreifende Überlegungen darüber, was wir unserem Planeten, unseren Mitlebewesen und Mitmenschen antun.

 

Auf dem Cover sehen wir im Vordergrund eine Katze in einem Raumanzug. Im Visier ist eine nächtliche Großstadt gespiegelt. Wir sehen ein Paar, zwei Männer (offensichtlich Ben und Noah), die sich vor der Kulisse der leuchtenden Hochhäuser küssen. Im Hintergrund sehen wir ebenfalls die Großstadt und einen nächtlichen Himmel voller Sterne und einen tiefen Blick ins All. Der Titel der Kurzgeschichte (Besuch von Felinea Prime) steht in hellblau in der oberen Hälfte des Covers, wobei die Buchstaben F und P groß hervorgehoben sind, was das Genre Science Fiction visuell verdeutlicht. Der Autorenname Luzi Morgenstern steht weiter oben in kleineren und weißen Buchstaben.

 

Das Cover gefällt mir sehr gut. Ich weiß, dass Luzi das Cover selbst erstellt hat und wurde während des Schaffensprozess um Meinung gebeten. Ich bin sehr begeistert zu sehen, was daraus geworden ist!

 

Neben den bereits erwähnten Punkten (Star Trek Hommage, philosophische Fragen, vegane Ernährung, Selbstzerstörung der Menschen, Casual Queerness, POV Katzen) haben mir der leichte und lockere Ton sehr gut gefallen. Minka ist eine herzensgute Katzendame, Clawden ein wenig schlecht gelaunt. Ihr Schlagabtausch und ihre besondere Freundschaft habe ich als richtig gut beschrieben empfunden. Die Kurzgeschichte bringt teilweise sehr schwere Themen mit sich mit, aber Luzi versteht es, diese in einem heiteren Ton zu kommunizieren, sodass das Lesen immer auch eine gute Unterhaltung bot. Die Figuren sind toll gezeichnet. Clawden und Minka, sowie die Crew von Clawden und Minkas Schwester Coco haben eine tiefgreifende Persönlichkeit und Tiefe. Die zwei Menschen Ben und Noah eher nicht. Ich habe sie bis zum Ende auch immer verwechselt. Aber das empfand ich als sehr konsequent. Wie gesagt, wir betrachten ja die Persönlichkeiten von Tieren auch häufig eher oberflächlich. Die ethisch-moralische und sehr kritische Auseinandersetzung mit uns Menschen fand ich sehr gut und es ist gut, dass Luzi Morgenstern uns Lesende einen derartigen Spiegel vor die Nase hält.

 

Ich habe die Kurzgeschichte sehr gerne gelesen und mir fällt nur sehr wenig ein, was ich auszusetzen hätte, eigentlich gar nichts. Ich kann die Kurzgeschichte sehr empfehlen und hoffe, dass sie viele begeisterte Lesende findet. Ich habe Luzi gehört, dass die beiden menschlichen Figuren Ben und Noah in einem anderen Projekt noch wichtig werden. So werden wir nachträglich mehr über die beiden Männer erfahren. Das macht mich sehr neugierig. Ich werde jeden Falls weiterhin schauen, was Luzi Morgenstern schreibt. Besuch von Felinea Prime ist bestimmt nicht die letzte Geschichte, die ich von Luzi lesen werde.

 

Alles Gute zur Veröffentlichung, Luzi! 

 

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