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Bright Days of(f) Hell von Saskia Kreutzer

Ein Dämon mit über tausend Jahren Lebenszeit auf dem Buckel, eine Jugendliche, die viel zu früh das Zeitliche segnen muss, und ein Vertrag, der die beiden aneinander bindet - was soll da schief gehen?

 

Saskia Kreutzer ist die Autorin, die in den sozialen Medien mit Hörner auf dem Kopf Werbung für ihre Buchreihe macht - und hat mich gerade damit extrem neugierig auf ihre Buchreihe gemacht. Ähnlich wie Ace versucht sie sich ein kühles, strenges Image zu verpassen - und scheitert an ihrer wundervollen Herzlichkeit und ihrem Humor. In ihre Autorinnenvorstellung schreibt sie, dass ihr früh klar war, dass es ihre Aufgabe ist, Menschen in fantastische Welten zu entführen. Mit Bright Days of(f) hell ist ihr das gelungen!

 

Der Dämon Ace möchte Freiheit. Seit hunderten von Jahren sind seinesgleichen an die Hölle gebunden. Ace möchte die Tore öffnen und eine Vermischung aller Wesen auf der Erde. Um dorthin zu gelangen, nutzt er Romilda, eine junge, naive, aber willensstarken Teenagerin, die zu früh aus dem Leben scheiden musste. Sie wird sein Anker. Die beiden gehen einen Pakt ein, der schon bald für beide ein Problem wird. Und dann sind da noch die unerwünschten erotischen Gefühle, die die beiden füreinander hegen.

 

Die Reihe Bright days of(f) hell ist auf drei Bände angelegt (Stand Anfang 2026). Zwei sind bislang erschienen. Erster Teil mit dem Namen Höllischer Pakt ist das vorliegende Buch, der zweite Teil heißt: Entflammtes Chaos. Höllischer Pakt ist das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe.

 

Neben einer Vielzahl an unterschiedlichen Wesen (Dämonen, Vampire, Werwölfe), die in Fantasy ja häufig auch für eine Analogie für Themen wie Rassismus und Behinderung stehen, erhalten wir in dem ersten Band von Bright Days of(f) hell auch ein paar queere Figuren, deren Queerness selbstverständlich in die Handlung eingebaut wurden. Die verschiedenen Wesen fungieren im Roman auch als Beispiel, wie Vorurteile einengend sein können, wie empowernd es ist, seinen Fesseln zu entfliehen, und dass wir anders sein dürfen und nicht den Erwartungen der Gesellschaft entsprechen müssen.

 

Bright days of(f) hell ist ein Genre - Mix. In erster Linie eine Urban Fantasy, aber vermischt mit New Adult und Romance. In einigen Szenen empfand ich es auch als etwas gruselig und eine Prise Erotik ist ebenfalls zu finden. Über all dem liegt immer auch ein Hauch von Humor. Die Mischung hat mich sehr angesprochen und ich fand es interessant, wie sich die Stimmungen manchmal deutlich verändert haben. Spice ist ziemlich viel vorhanden, wobei er im Laufe des Buches immer weniger wird und weniger intensiv ausformuliert wird. Wer Spice nicht gerne lesen mag, erhält am Anfang des Buches eine Übersicht der Kapitel, die übersprungen werden können. 

 

Das Buch ist gänzlich aus Sicht des Anti-Helden Ace und in der ersten Perspektive geschrieben. Das fand ich gut, weil wir sowohl Hölle als auch die Erde mit ihrer irdischen Bevölkerung durch seine Augen kennenlernen. Auch Romilda hat zunächst (fast) keine eigene POV, soll aber im zweiten Band eine erhalten. Darauf bin ich gespannt, auch wenn ich es gut fand, dass wir sie, ihre Lebenswelt und Freund*innen zunächst nur aus Sicht von Ace beschrieben bekommen.

 

Auf dem Cover ist ein Tor zu sehen (das Tor, das Hölle und Erde trennt?). Die Hintergrundfarbe ist oben türkis, unten rot und der Titel der Reihe Bright Days of(f) Hell ist in einem leuchtenden gelb hervorgehoben. Die Worte Hell und Days ist dabei durch verschnörkelte Schrift hervorgehoben. In Druckbuchstaben deutlich kleiner und in ebenfalls in gelb sehen wir den Untertitel Höllischer Pakt. Ganz unten mittig im roten Bereich steht - ebenfalls in gelb - der Name der Autorin: Saskia Kreutzer.  Während über dem roten Teil des Covers Feuerfunken zu sehen sind, scheint über dem blauen Teil der Mondschein. Der untere Teil steht also somit für die Hölle, während die obere Hälfte für die Erde steht? Eingerahmt wird das Cover durch Symbole, die mystischen Ursprungs sein müssten.

 

Was mir nicht so gut gefallen hat, war die Länge des Buches. Mit fast 700 Seiten war ich doch recht lange beschäftigt mit dem Buch. In der ersten Hälfte ist Ace auch recht isoliert. Er hat kaum Dialog mit Romilda und wenig mit anderen Figuren zu tun. Wir lernen ihn dadurch zwar sehr gut kennen, aber an der einen oder anderen Stelle hätten seine Gedankengänge vielleicht gekürzt werden können. Deutlich besser wurde es, als er beginnt mit Romilda Kontakt aufzubauen. 

 

Gefallen hat mir wiederum abgesehen von den oben bereits erwähnten Punkten (Genre-Mix, Vielfalt der Figuren, Antagonisten-POV) das umfangreiche World Building. Wir erfahren nicht nur mehr über die Hölle, sondern auch über die anderen Wesen und über den Schulalltag von Romilda, ihre Freund*innen und die Bewohnende der kleinen Ortschaft, die sich Ace als "Erdheimat" auserkoren hat. Ich fand es außerdem auch spannend, wie Saskia das Christentum mit eingebunden hat. Wie einige Dinge als Humbug von Ace dargestellt werden, andere aber auch einen echten Ursprung haben. Warum habe ich gerade Lust bekommen, eine Kurzgeschichte zu lesen, wie Ace sich mit Jesus bei einem Wein über die Philosophie von Gut und Böse unterhält?

 

Ich mochte es, dass Saskia nicht nur behauptet, Ace sei ein Antagonist, sondern dass er es auch wirklich kompromisslos ist. Romilda ist hier wirklich das Gegenteil von ihm und die Anspannung zwischen den beiden ist greifbar. Es gibt genug Konfliktpotenzial, und Romilda spricht diese auch deutlich an - fand ich gut. Auch wenn Romilda die vermeidlich schwächere Figur ist, kann sich doch behaupten und zeigt Ace deutlich ihre Grenzen. Zwar macht Ace auch schon im ersten Buch eine Entwicklung durch, aber sie ist glaubhaft und nicht zu übereilt. Er darf ein Teil seiner sarkastischen, "bösen" und kompromisslose Art behalten - kommen ja auch zwei Bände.

 

Was ich ebenfalls sehr schätzte war die Übersicht der Figuren am Ende des Buches. Es kommen unglaubliche viele Nebenfiguren vor, einige sind wichtiger, andere nicht. Es war sehr wertvoll, nach hinten zu blättern und zu schauen, wer wer war, besonders weil das Buch ja doch umfangreich ist und man einige Namen auch wieder vergessen könnte. Die Namen sind hierbei nicht alphabetisch geordnet, sondern nach gruppiert (Romildas Freund*innen, Werwölfe, Höllenbewohnende etc.), was ich sehr hilfreich fand.

 

Aktuell arbeitet die Autorin an dem Hörbuch von Band 1 und im Sommer soll es den dritten Teil der Reihe geben. Ob es der abschließende Teil ist, bleibt abzuwarten, aber ich könnte mir vorstellen, dass die Welt noch viel zu bieten hat und Saskia weiter schreibt. Es gibt zig Nebenfiguren, deren POV spannend wäre, eine riesige Welt, die noch ausformuliert werden könnte. Also ich glaube nicht, dass die Autorin mit Bellmorra fertig ist.

 

Ich empfehle das Buch unbedingt, besonders Fantasy-Fans werden hier ihren Spaß haben, aber ich empfehle auch, es zu lesen, wenn man Zeit hat :) Es hat mega Spaß gemacht, mit Ace die Welt zu entdecken, die sich Saskia ausgedacht hat.

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