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Die Legenden von Lumia (3 v. 3) von Katharina Licht

Das beste Buch der Trilogie, dass sich ab der Hälfte nochmal selbst schlägt und in einem fulminanten Finale mündet und damit eine ganz besondere Trilogie beendet.

 

Katharina Licht hat erst 2024 begonnen im Selfpublishing bzw. in Kleinverlagen Bücher zu veröffentlichen. Seit dem hat sie eine Trilogie, zwei Kurzgeschichten und mehrere Beiträge zu Anthologien beigesteuert. Die Lumia-Trilogie ist somit ihre Debüt-Trilogie, was erstaunlich ist, weil die Trilogie um Ray und Liam qualitativ auf sehr hohem Niveau ist. Am Liebsten schreibt die Autorin in den Genre Romance und Fantasy und wichtig ist ihr hierbei vor allem auch queere Repräsentation. Ich habe mittlerweile fast alle Geschichten der Autorin gelesen und würde mich als Fan bezeichnen.

 

Nach den Ereignissen aus den beiden Vorgängerbücher sind Ray und Liam endlich ein Paar, doch sie können ihre junge Beziehung kaum genießen, als die Konflikte in Lumia sie drängen zu handeln. Ein Krieg ist unausweichlich. Können Ray und Liam zwischen den verfeindeten Königreichen vermitteln, wenn ihnen ihre Freund*innen zur Seite stehen, oder haben sie vielleicht den falschen Personen Vertrauen geschenkt?

 

Das Genre lässt sich ziemlich eindeutig in Romantasy (Mix aus Fantasy und Romance) einordnen. 

 

Neben Ray und Liam, die queer und eine gleichgeschlechtliche Beziehung führen, was auch besonders in der Figur Ray eine große Rolle spielt, weil er deswegen mit Feindschaft, Diskriminierung und sogar Todesdrohungen konfrontiert wird, haben wir weitere queere Personen als Nebenfiguren, auch queere Frauen. Obwohl die Hauptfiguren zwei Männer sind und beide ohne Mutter aufgewachsen sind, ist die Trilogie sehr feministisch und präsentiert uns verschiedene Arten von starken Frauenfiguren. Vor allem fallen da Valea und Amira auf den ersten Blick auf, sowie die Freundinnen von Liam und Ray.

 

Das Cover wurde von der Autorin selbst gestaltet. In der oberen Hälfte ist der Hintergrund dunkel, durchzogen von glühende Glutresten, die von der helleren Hälfte des Covers herrühren, auf dem verschwommene Flammen zu sehen sind. In klein und in gold steht der Name der Autorin: Katharina Licht. In groß darunter mittig: Die Legenden von Lumia. Dabei sind die Worte Legenden und Lumia hervorgehoben. Darunter sehen wir eine Krone, die zur Hälfte brennt und zur anderen Hälfe triefend nass ist. Ganz unten steht der Untertitel des Covers: Strahlendes Licht

 

Da der erste Band Verborgenes Feuer und der zweite Berstendes Eis, was eine Andeutung für die beiden Hauptfiguren sein müsste (Feuer = Liam / Ray = Eis), zeigt das Cover ganz eindeutig die Vereinigung von Feuer und Eis. Die in Strahlendes Licht mündet? 

 

Ein einziger Kritikpunkt, den ich an der Trilogie habe, ist die Figur Oleo. Olea ist eine Figur aus Rays Vergangenheit, die im ersten Teil erwähnt wird, danach aber nie wieder weiter aufgegriffen wird. Deren Schicksal ist aber so schrecklich, dass ich es fast unerträglich fand, dass sich niemand mehr, vor allem Ray, an sie erinnert, besonders, weil es mehrere Situationen gibt, in der eine Erinnerung möglich gewesen wäre, oder beinahe auf der Hand lag. Mir ist das in Band 1 bereits aufgefallen, in Band 2 habe ich selbst nicht mehr viel über sie nachgedacht, aber endgültig in Band 3 dachte ich, dass da noch etwas kommen müsste bzw. sollte? Das ist aber wirklich nur ein ganz, ganz kleiner Kritikpunkt. Ich will darauf nicht weiter herumreiten.

 

Dafür hat mich die Trilogie im Gesamten, vor allem aber auch der letzte Band einfach viel zu sehr mitgerissen! Der dritte Teil ist nochmal besser als Band 1 und Band 2, obwohl ich die auch schon als sehr gut empfunden habe, und er steigert sich innerhalb der Handlung auch nochmal. Ab der Hälfte überschlagen sich die Ereignisse so sehr, dass ich richtig gefesselt war. Es gab einige Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe. Der Schreibstil ist von hoher Qualität, die Welt von Lumia sehr liebevoll ausformuliert (World Building) und die Figuren sind nie ganz schwarz oder ganz weiß, sondern immer ausgewogen und sehr lebendig. Besonders beeindruckt hat mich das Finale und der längere Epilog am Ende. Es fühlt sich alles so friedlich und harmonisch an, ohne kitschig zu wirken. Die Kämpfe gehen an den Figuren nicht spurlos vorbei. Sie tragen äußerliche und innerliche Verletzungen und gehen doch gestärkt daraus hervor. Ich habe der Autorin nur wenige Stunden nach dem Lesen des Endes geschrieben, dass ich beseelt bin. Es ist ein komisches, altmodisches Wort, aber genau so habe ich es empfunden.

 

Ich habe Ray von Anfang an sehr geliebt, der schweigsame, geheimnisvolle Mann mit der tragische Vergangenheit und einer inneren Traurigkeit, der zunächst etwas genervt auf Liam reagiert, der das Gegenteil von ihm zu sein scheint. Im Verlauf des dritten Teils habe ich jedoch Liam immer mehr geliebt. Er hat sich so toll entwickelt und ist so ein empathischer Mensch geworden. Ich mag beide wirklich sehr und mochte die Dynamik zwischen den beiden doch sehr unterschiedlichen Männer. Zwei sehr liebevoll ausformulierte Figuren.

 

Doch Katharina Licht hat noch mehr zu bieten und zwar viele Nebenfiguren und einige davon sind selbst so reich an Charaktertiefe, dass sich die ganze Trilogie sehr lebendig anfühlt. Besonders hervorheben möchte ich Amira und Valea, zwei Frauen, die aus vollkommen unterschiedlichen Welten kommen und auf ihre eigene Art stark sind. Ich mochte die reiche Palette aus unterschiedlicher weiblicher Figuren. Doch es gibt auch ein paar männliche Figuren, die mir gefallen haben. Allen voran natürlich Kianus, den ich von Band 1 sehr mochte und der zusammen mit Liam eine sehr komplexe Geschwisterbeziehung unterhält und jetzt in Band 3 wichtiger wird. Auch Lucius, der Berater des Königs, der aber auch ein Auge auf Ray geworfen hat, ist eine spannende Figur, die man man beim Lesen manchmal umarmen, manchmal gegen die Wand klatschen möchte. Dann fällt mir noch Finn ein, der im Verlauf der Trilogie etwas unwichtiger wird, aber ein sehr wichtiger Supporter bleibt und der seine Green Flag offen sichtbar raushängt. Ganz im Gegensatz zu Kianus, dem man diese Green Flag erst mal rauskitzeln muss. Doch auch die antagonistische Figuren sind gelungen und symbolisieren nicht das pure Böse, sondern tun böse Dinge. Hat mir gut gefallen und passte zu den Grauschattierungen der Held*innen.

 

Ich habe es bereits schon gesagt, dass mir Band 3 am besten gefallen hat (obwohl ich Band 1 und Band 2 ebenfalls schon sehr mochte!). Neben Die Legenden von Lumia hat Katharina Licht mit Quietscheenten-Blues auch eine Geschichte über zwei queere Frauen ganz ohne Fantasy-Setting geschrieben. Ich bin wahnsinnig gespannt, was die Autorin noch so veröffentlichen wird. Auf ihrem Instagram-Profil schreibt Katharina Licht als Fakt über sich selbst, dass ihre Lieblingszahl 4 ist. Da es nur drei Bücher über Lumia gibt ... tja, zur 4 fehlt da noch ein Buch, wenn ich richtig zähle ... Nur mal so als kleiner mathematischer Service.

 

Ich kann Die Legenden von Lumia sehr empfohlen. Ich glaube, meine Begeisterung ist angekommen. Wer die Trilogie noch nicht kennt, sollte aber unbedingt bei Band 1 beginnen! Viel Spaß beim Lesen!

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